Hochstubaihütte (3.175 m) – Baustellen-News und Ausblick auf 2026/2027

Liebe Bergfreunde,

HSH Winterraum

vielleicht ist es dem einen oder anderen von Euch in den letzten Jahren aufgefallen: Auf unserer Hochstubaihütte war einiges los. Größere Baumaßnahmen haben die Hüttenwirtsleute und den verantwortlichen Hüttenwart ganz schön gefordert. Man könnte nun sagen: „Alles Vergangenheit, wir schauen nach vorn!" – doch ganz so einfach ist es leider nicht. Die Baustellen bleiben uns noch eine Weile erhalten und werden den Betrieb oben einschränken. Aber der Reihe nach.

Rückblick: Winterraumausbau und Wasserprobleme

Begonnen hatte alles im Jahr 2021 mit dem Ausbau des Winterraumgebäudes. Mitten in der Coronazeit war das eine echte Herausforderung – inklusive einem kompletten Jahr Pause, weil es unserem Auftragnehmer aus dem Ötztal schlicht an Personal fehlte. Dass sich die längere Bauzeit gelohnt hat, zeigt das Ergebnis: Wir besitzen jetzt ein echtes Winterraumschmuckstück. Ich persönlich nenne es immer „den schönsten Winterraum der Stubaier- und Ötztaler Alpen".

Dann folgten drei wasserlose Sommer – aber nicht im Sinne von zu wenig Regen. Vielmehr begann unser Trinkwasserspeichersee aus uns unbekannten Gründen plötzlich rasant an Wasser zu verlieren. Die Situation wurde so prekär, dass wir die Sanitäranlagen komplett schließen mussten, um wenigstens die Küche versorgen zu können. Die langen Gesichter unserer Gäste kann sich jeder vorstellen. Unser Motto damaTWS Hochstubails: Besser ungewaschen als unverpflegt. Zum Glück trafen wir meist auf Verständnis. 

Doch das Problem musste dauerhaft gelöst werden: Also planten wir einen künstlichen Speichersee – selbstverständlich mit ingenieurtechnischer Federführung und behördlicher Überwachung. Entstanden ist ein natürliches Speicherbecken mit einem Damm aus Umgebungsgestein, ca. 150 m³ Inhalt, zwei Pumpenschächten und unzähligen Metern Kunststoffrohrleitung. Die Dichtheitsprobe steht diesen Sommer an – im Vorjahr fehlte es nach Fertigstellung an ausreichend Niederschlag und die Schneereste waren bereits geschmolzen.

Der Neubau der Küche – eine Herkulesaufgabe

Mitten in diese Maßnahmen hinein kam im September 2023 ein unscheinbarer Wanderer auf die Hütte. Im freundlichen Gespräch mit Wirt Thomas Grollmus stellte er sich als Lebensmittelinspektor der Bezirkshauptmannschaft Imst vor und bat um Zugang zu Küche und Lagerräumen. Wer sich ein wenig auskennt, weiß: Unsere Küche war damals noch nahezu im Originalzustand von 1938. Das Besuchsprotokoll und die Auflagen des durchaus bergaffinen Inspektors führten schließlich zur einer weiteren anspruchsvollen Baumaßnahme: dem kompletten Neubau der Küche.

Bereits im September 2025 erklärten sich acht Bergfreunde zu einem Arbeitseinsatz bereit, um die drei alten Küchenräume zu entkernen. Was als Ausräumen geplant war, endete mit dem kompletten Rückbau aller Innenwände – und das binnen fünf Tagen. Übrig blieb ein großer, leerer Raum mit 50 m² Fläche, bereit für den Neubeginn.

Was im Sommer 2026 konkret passiert

In diesem Sommer (geplant vom 8. Juni bis 19. Juli 2026) stehen folgende Arbeiten an:Durchbruch der Außenwand und Einbau einer Terrassentür

  • Neue Raumaufteilung durch Trennwände und Türen
  • Einbau einer abgehängten Decke
  • Einbau einer begehbaren Kühlzelle
  • Installation eines Holzherdes mit Warmwasserkreislauf
  • Komplett neue, abwischbare Wandverkleidungen und Deckenverkleidung
  • Rutschfester Fußbodenbelag
  • Neue Warm-, Kalt- und Abwasserleitungen
  • Komplette Elektroinstallation mit neuer Beleuchtung
  • Geschirr- und Gläserspülautomat
  • Edelstahl-Arbeitsflächen, Regale und Schränke
  • Überarbeitung der Schankanlage

Während dieser Zeit ist der Hüttenbetrieb stark eingeschränkt. Konkret bedeutet das: Unser Hüttenwirt kann maximal 10 bis 12 Gäste pro Tag bewirten – denn die „Notküche" ist provisorisch in der Gaststube untergebracht und belegt genau die Plätze, die sonst unsere Gäste einnehmen.

Und es geht weiter…

Damit nicht genug: Noch in diesem Jahr müssen wir uns auf eine weitere Auflage des Landes Tirol einstellen. Unsere 2011 eingebaute Abwasseranlage verliert Ende 2026 ihren Bestandsschutz. Zwar wurde eine Verlängerung beantragt, doch die Chancen stehen schlecht. Das heißt höchstwahrscheinlich für 2026 und 2027: wieder planen, kalkulieren, ausschreiben, bauen. Die wichtigste Eigenschaft in diesem Zusammenhang – viel Geld ausgeben – hätte ich fast vergessen zu erwähnen.

Schlussgedanke

Liebe Sektionsmitglieder, mir war es ein Bedürfnis, Euch mit diesem kleinen Bericht wieder einmal auf den aktuellen Stand zu bringen. Lasst Euch von all den Baustellen nicht abschrecken, unsere schöne Hochstubaihütte zu besuchen. Ich bin fest davon überzeugt: Wenn alle diese Maßnahmen abgeschlossen sind, ist das Bauen zwar nicht vorbei – irgendetwas wird immer gemacht. Aber die Hütte wird dadurch nicht nur schöner, sondern auch ein kleines bisschen moderner. Und das ist gut so.

Ich wünsche allen Mitgliedern unserer großen Sektion Dresden ein erlebnisreiches, unvergessliches und vor allem unfallfreies Bergjahr 2026.

Mit bergfestem Gruß

Heiko Kunath
Hüttenwart Hochstubaihütte (3.175 m)

Chemnitz, im Februar 2026